ERNIEDRIGTE UND BELEIDIGTE PDF

Handlung[ Bearbeiten Quelltext bearbeiten ] An einem kalten Petersburger Wintertag beobachtet Iwan Petrowitsch, genannt Wanja, ein junger Autor auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung, einen heruntergekommenen alten Herren, der mit seinem ebenso elendigen Hund eine Konditorei aufsucht. Er folgt den beiden und ist, nach einer kurzen Episode im Innern der Konditorei, allein mit dem Alten, als dieser verstirbt und ihm seine letzten Worte anvertraut — eine Petersburger Adresse. Die Ichmenews ziehen nach Petersburg. Natascha Ichmenewka und Aljoscha haben sich zwischenzeitlich allerdings unendlich ineinander verliebt und bewohnen zusammen eine eigene Wohnung.

Author:Fezshura Dijora
Country:Turkey
Language:English (Spanish)
Genre:Software
Published (Last):7 November 2010
Pages:337
PDF File Size:19.13 Mb
ePub File Size:12.6 Mb
ISBN:348-4-63763-664-5
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Woher es eigentlich kam, vermag ich nicht zu sagen. Und der neue Anblick erweckt neue Gedanken. Es ist erstaunlich, welch eine Wirkung ein einziger Sonnenstrahl in der Seele eines Menschen hervorzubringen vermag! In meinem ganzen Leben bin ich keiner so seltsamen, wunderlichen Gestalt begegnet.

Das habe ich mehrmals beobachtet. Erstens bestellte der sonderbare Gast nie etwas. Er ging jedesmal geradenwegs in die Ecke beim Ofen und setzte sich dort auf einen Stuhl. Nachdem der Alte drei, vier Stunden lang dagesessen hatte, stand er endlich auf, nahm seinen Hut und ging fort, doch wohl in seine irgendwo gelegene Wohnung. Er seinerseits bemerkte nichts davon.

Alle waren miteinander bekannt und hatten einander gern. Bin ich wirklich nur hier, um diesen alten Mann anzusehen? Wozu diese sentimentale Stimmung? Das befremdete ihn. Auch diesmal schwieg Adam Iwanowitsch noch. Die Szene gestaltete sich sehr komisch. Unter den Deutschen erhob sich ein unwilliges Gemurmel. Als er erfahren hatte, worum es sich handelte, glaubte er, der Alte sei taub, und beugte sich ganz nahe zu seinem Ohr hinab.

Aber Herr Schulz hat Sie sehr gebeten, ihn nicht so scharf anzusehen. Er ist bei Hofe bekannt. Der arme Asorka! Er war tot! So verging eine Minute unter allseitigem Stillschweigen. Endlich erhob sich der arme Mensch. Dies war ein langer, hagerer, tugendhafter Deutscher mit rotem, buschigem Haar und mit einer Brille auf der gebogenen Nase.

Der Kognak wurde gebracht. Alle standen, erstaunt; Ausrufe der Verwunderung wurden laut. Ich aber eilte dem Alten nach. In einem dunklen Winkel, der von dem Zaun und dem Hause gebildet wurde, fand ich den Alten. Ich setzte mich neben ihn. Kommen Sie, ich werde Sie zu Ihrer Wohnung bringen.

Beruhigen Sie sich! Ich werde gleich eine Droschke holen. Wo wohnen Sie denn? Passanten waren nicht da. Ich werde sofort eine Droschke holen. Ich werde einen Arzt rufen; ich bin mit einem bekannt. Ich will Sie gleich hinbringen. Es gelang mir, die Wohnung des alten Mannes ausfindig zu machen. Der Ofen schien seit langer Zeit nicht geheizt zu sein; auch Kerzen fanden sich nicht. Auf dem Tisch stand ein leerer irdener Krug; daneben lag eine alte, harte Brotrinde.

An Geld fand sich auch nicht eine Kopeke vor. Man fragte, ob nicht manchmal jemand zu ihm gekommen sei. Wie soll man die alle im Kopf behalten? Hat er nur phantasiert?

All diese vergangenen Empfindungen regen mich manchmal in schmerzhafter, geradezu qualvoller Weise auf. So scheint es mir wenigstens. Ja, das war ein guter Einfall von mir. Nun, fangen wir also an! Ich bin nicht hier geboren, sondern weit von hier, im Gouvernement S. Wir wuchsen zusammen auf wie Bruder und Schwester. Ein Wort gab das andere, und zuletzt wurde auch sie ganz weich. Es war ein herrlicher Abend; wir holten all die alten Erinnerungen hervor, auch wie ich nach der Gouvernementsstadt geschickt wurde, um dort ein Alumnat zu besuchen o Gott, wie hatte sie damals geweint!

Ich fing nur bitterlich an zu weinen und reiste ab, ohne etwas gesagt zu haben. Wir sahen uns erst sehr lange Zeit nachher wieder, in Petersburg.

Das war vor zwei Jahren. Drittes Kapitel Nikolai Sergejewitsch Ichmenew stammte aus einer guten, aber schon lange verarmten Familie. Als er zwanzig Jahre alt war, trat er bei den Husaren ein. Er konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Hundert Seelen waren unwiederbringlich verloren. Zwei Monate darauf erhielt er seinen Abschied als Leutnant und begab sich auf sein Dorf. Nikolai Sergejewitsch war ein ausgezeichneter Landwirt geworden.

Die benachbarten Gutsbesitzer lernten von ihm auf wirtschaftlichem Gebiet. Seine Ankunft erregte in der ganzen Gegend sehr starkes Aufsehen. Viele Jahre waren vergangen. Geheiratet hatte er schon als ganz junger Mensch, und zwar war es eine Geldheirat gewesen. Wassiljewskoje war mit enormen Hypotheken belastet. Dort machte er sogar einigen Eindruck. Und das erreichte er. Endlich erhielt er durch Vermittlung des Grafen eine angesehene Stellung bei einer der bedeutendsten Gesandtschaften und begab sich ins Ausland.

Man konnte sich schwer vorstellen, weswegen ihn der Vater verbannt hatte, der ihn doch, wie man sagte, sehr liebte. Ichmenew nahm das nicht so hin, sondern antwortete mit einer ebenso schweren Beleidigung: es war eine schreckliche Szene.

Sein Gut wurde gerichtlich mit Beschlag belegt. Ich beabsichtige nicht, mein Wiedersehen mit Natascha nach einer so langen Trennung zu schildern. Und nun war mein Roman endlich erschienen! Schon lange vor seinem Erscheinen hatte er in der literarischen Welt Aufsehen erregt. Der Kritiker B. Er begann sogar, mir eine besondere Art von Achtung zu bezeigen, die er mir bis dahin nicht erwiesen hatte. Wie sonderbar das klingt. Aber er hat doch nur Verse geschrieben und weiter nichts, so etwas Kurzlebiges.

Prosa, das ist doch eine andere Sache! Da kann der Autor seine Leser sogar belehren; na ja, er kann von der Liebe zum Vaterland sprechen oder so im allgemeinen von Tugenden, ja! Aber nun zu, nun zu, lies vor! Wir wollen mal sehen, wir wollen mal sehen! An diesem Abend war mein Roman eben erst aus der Druckerei gekommen, und nachdem ich endlich ein Exemplar erhalten hatte, war ich gleich zu Ichmenews gelaufen, um ihnen mein Erzeugnis vorzulesen.

Autor, Dichter. Der Alte machte anfangs ein finsteres Gesicht. Und was geschah? Die Vorlesung war zu Ende. Der Vater und die Mutter wechselten einen Blick miteinander. Es hat mir gefallen! Es hat mir so gut gefallen, wie ich es gar nicht erwartet hatte. Vielleicht bei der zweiten Auflage? Es wird ja doch wohl zu einer zweiten Auflage kommen?

Ruhe nicht aus auf deinen Lorbeeren! Worauf willst du warten? Gnadenbeweise sind an keine Regeln gebunden. Man wird dich aufmuntern wollen. Der Alte lachte ebenfalls. Ich rede das ja alles nur so harmlos hin.

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Erniedrigte und Beleidigte

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